Der Tod ist in unserer Gesellschaft ein Tabu-Thema geworden - gestorben wird meist in Krankenhäusern, neuerdings zum Glück immer öfter in Hospizen oder daheim, manchmal mit Unterstützung ehrenamtlicher oder professioneller Helfer. Wer auf den Tod zugeht, nahestehende Menschen in den Tod begleitet oder um sie trauert, ist in der Regel mit seinen Sorgen und Fragen, mit seiner Angst und seinem Leid allein. Das war nicht immer so. “Sterbende sind Lebende bis zuletzt”, so lautet der Leitspruch der Hospizbewegung. Alter und Krankheit, Tod und Verlust sind ebenso selbstverständlich Teile des Lebens wie Geburt und Jugend, Liebe und Lebensfreude - und all diese Aspekte des Lebens schließen einander nicht aus.
Kleine Inseln möchte einen kleinen Beitrag leisten, um langfristig wieder tragfähige Brücken zu schlagen zwischen den Bereichen des Lebens, die uns unbelastet erscheinen und auf selbstverständliche Weise Teil unseres Lebens sind und jenen, die zu Unrecht wie verschämt beiseite gedrängt wurden, immer weiter ins Abseits gerieten und über die sich mit den Jahren Sprachlosigkeit legte und eine Verständigung, ein Miteinander in der Zeit des Abschiednehmens und danach zusehends schwierig bis unmöglich machte. Es ist ein Ort für Menschen - ein Ort der Stille, ein Ort des Lebens, des Lachens, des Fluchens, des Weinens und des Trostes. So wie jeder Mensch und sein Leben einzigartig sind, so ist auch jedes Sterben und ist auch jede Trauer so still oder laut, so versöhnlich oder voller Wut, so hilflos oder liebevoll, wie der Mensch, der diese Augenblicke durchlebt sie eben zu empfinden vermag.
Kleine Inseln ist keiner Konfession verpflichtet. Wir wünschen uns, dass jeder Mensch so sterben darf, wie es ihm hoffentlich vergönnt war, zu leben - frei in dem, an was er glaubt und was ihm und den Seinen Kraft und Hoffnung gibt, was ihn Zuversicht lehrt und ihn lächeln machen kann - bis zuletzt und darüber hinaus.
Dieses Portal befindet sich im Aufbau. Die Rubriken geben einen Ausblick auf das, was wir uns vorgenommen haben, und wir werden sie sukzessive mit Inhalten füllen. Später wird es hier auch die Möglichkeit zum Austausch geben, Sie werden Gedenkseiten und Tagebücher anlegen können und sich umfangreich zu den Themen Trauer, Sterben und Tod in all seinen Facetten austauschen und informieren können. Derzeit ist dieses Projekt ehrenamtlich und kostet viel Zeit und Geld. Wenn die Erweiterung daher nicht immer so schnell wie gewünscht von Statten geht, bitten wir Sie um Nachsicht.
Über Ihr Feedback oder Ihre Unterstützung freuen wir uns - und wünschen Ihnen alle Kraft, allen Mut - und alle Freude dieser Welt auf Ihrem Weg.
Der Tod ist nichts, ich bin ich, ihr seid ihr.
Das, was ich für euch war, bin ich immer noch.
Gebt mir den Namen, den ihr mir immer gegeben habt,
sprecht mit mir, wie ihr es immer getan habt.
Gebraucht nicht eine andere Redensweise, seid nicht feierlich oder
traurig. Lacht über das, worüber wir gemeinsam gelacht haben.
Betet, lacht, denkt an mich,
betet für mich,
damit mein Name im Hause ausgesprochen wird,
so wie es immer war,
ohne irgend eine besondere Bedeutung,
ohne Spur eines Schattens.
Das Leben bedeutet das was es immer war,
der Faden ist nicht durchgeschnitten.
Warum soll ich nicht mehr in euren Gedanken sein,
nur weil ich nicht mehr in eurem Blickfeld bin?
Ich bin nicht weit weg,
nur auf der anderen Seite des Weges.
—- Charles Pierre Péguy (1873-1914)]
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